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Staatskunde für Anfänger
  21. Oktober 2010
Autor: Bruno Scheiwiller  

Schulratspräsident Markus Häne versucht mit vollem Einsatz, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinde Jonschwil von einem Referendum gegen den Nachtragskredit zur Schulhaussanierung in Schwarzenbach abzuhalten. Eine eigene Meinung und selbständiges Denken der Bürger ist hier offenbar untersagt oder zumindest unerwünscht. Deshalb möchte ich den verantwortlichen Projektleitern höflichst empfehlen, bei der nächsten Gelegenheit in den offiziellen Berichten entgegen den gesetzlichen Bestimmungen anzumerken, dass es nicht erwünscht ist, ein fakultatives Referendum zu ergreifen.

Gebrannte Bürger
Viele der Jonschwiler Steuerzahler haben noch nicht vergessen, wie es finanziell nachhaltig schmerzen kann, wenn man während Jahrzehnten viel zu teure Schulbauten zu bezahlen hat.

Persönliches Problem mit SVP
Die Art und Weise wie der Schulrat gegen die Tatsache kämpft, dass die SVP Jonschwil-Schwarzenbach vom demokratischen Recht des Referendums Gebrauch macht, lässt meine Vermutung nicht los, dass gewisse Behördenmitglieder weniger mit den Argumenten und der freien Meinungsäusserung, sondern viel mehr mit der Existenz und der klaren Politik der SVP ein massives Problem haben.

Wer mit feudalen Lernpalästen „auf höhere Berge steigen will, muss auch schärferen Wind vertragen“. Es ist unbestritten, dass sich die Schulbehörde bei der Planung der Sanierung und Erweiterung der Primarschulanlagen Schwarzenbach massiv verschätzt hat. Ich musste in den vergangenen Tagen feststellen, dass die Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde mit der Vorgehensweise sowie der Argumentation des Schulrates überhaupt nicht einverstanden sind. In diesem Sinne bitte ich den Schulrat, den Volkswillen zu respektieren.

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Ohne Zeitdruck neue Varianten erarbeiten
  20. Oktober 2010
Mehr Geld und mehr Zeit benötigt, Wiler Zeitung vom 16.10.2010  
Autor: Peter Haag  

Das vom Bildungsdepartement bewilligte Raumprogramm wurde 2009 in ein konkretes Bauprojekt überführt und ein Architektenteam hat umfangreiche Erhebungen und Detailanalysen vorgenommen und damit ein Vorprojekt erarbeitet. Auf dieser Basis hat der Schulrat das Schulraumkonzept Sanierung und Erweiterung der Primarschule Schwarzenbach vorgestellt. Die Baukommission hat zusammen mit den Planern Gesamtkosten von höchstens fünf Millionen Franken veranschlagt. Deshalb haben die Schulbürgerinnen und Schulbürger an der ausserordentlichen Bürgerversammlung vom 8. Dezember 2009 einen Planungskredit von CHF 290'000.— bewilligt.

Am 23. September 2010 wurden die Parteien anlässlich eines Polittreffs nun mit einem Kostenvoranschlag von 13,3 Millionen Franken überrascht. Um an diesem massiv verteuerten Projekt weiterzuarbeiten, braucht es nun zusätzlich einen Nachtragskredit für die Planung von CHF 165'000.--, welcher gem. Art. 15 und 16 der Gemeindeordnung dem fakultativen Referendum unterstellt werden muss. Detaillierte Informationen zu diesen Tatsachen hat der Schulrat am 24. September 2010 im Gemeinde Aktuell publiziert.

Handlungsbedarf unbestritten
Die SVP anerkennt die Mängel bei den beiden Schulhäusern in Schwarzenbach, der entsprechende Handlungsbedarf ist von den Fachpersonen weitgehend ausgewiesen. Gleichzeitig schätzt der Vorstand der SVP auch den grossen Arbeitseinsatz des Schulrates und der Baukommission.

Dass die Sanierung und Erweiterung der Primarschule Schwarzenbach nun dreimal so viel wie ursprünglich erwartet kosten soll, hat offenbar nicht nur die Parteien, sondern auch die Schulbehörden, die Baukommission und selbst die Planer überrascht. Anlässlich der Vorstellung der massiven Mehrkosten waren die meisten anwesenden Verantwortungsträger der politischen Parteien unserer Gemeinde verblüfft. Dies besonders auch im Bewusstsein, dass in den nächsten Jahren auch in Jonschwil kostspielige Schulhaussanierungen anstehen.

Warum Referendum ergreifen?
Der Vorstand der SVP ist überzeugt, dass ein Sanierungsprojekt von über 13 Millionen Franken für ein Primarschulhaus Schwarzenbach von den Bürgerinnen und Bürgern nicht genehmigt wird. Deshalb möchte die SVP das demokratische Mittel des fakultativen Referendums nutzen, um damit dem Schulrat die Möglichkeit zu geben, zusammen mit den Fachleuten ohne Zeitdruck neue Varianten zu erarbeiten. Dadurch soll ein neues, redimensioniertes und zweckmässiges Projekt schlussendlich von den steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürgern breit abgestützt werden können.

Finanzplanung
Durch einen disziplinierten Finanzhaushalt konnte der Steuerfuss in der Gemeinde Jonschwil in den letzten Jahren dreimal gesenkt werden. Die SVP begrüsst diese Entwicklung und möchte deshalb zusammen mit dem Schulrat diesem Kurs auch in Zukunft eine Chance geben. Da die SVP sowohl im Schulrat wie auch im Gemeinderat vertreten ist, erachten wir es als unsere Pflicht, die Verantwortung bei solchen umfangreichen Projekten mitzutragen.

SVP sammelt Unterschriften
Für das Zustandekommen des Referendumsbegehrens brauchen wir bis 26. Oktober 2010 gem. Art. 73 Gemeindegesetz und Art. 15 Gemeindeordnung 231 gültige Unterschriften. Am Samstag, 23. Oktober 2010 werden von 06:30 bis 08:30 Uhr bei der Bäckerei Spitzli in Jonschwil und von 09:00 bis 11:00 Uhr vor dem SPAR in Schwarzenbach Unterschriften gesammelt.

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Seltsame Logik einer Bundesrätin
  11. Oktober 2010
Leserbrief zu Artikel „1400 Ausschaffungen pro Jahr“ im Tagblatt vom 5. Oktober 2010  
Autor: Bruno Dudli  

Die in knapp zwei Monaten zur Abstimmung gelangende Ausschaffungsinitiative der SVP wie auch der Gegenentwurf des Parlaments schlagen bereits hohe Wellen. Frühzeitig trumpfen die SVP-Gegner mit Halbwahrheiten und gar Falschaussagen auf. So behauptet doch Bundesrätin E. Widmer-Schlumpf allen ernstes, der Gegenentwurf gehe gar weiter als die Ausschaffungsinitiative. Das wäre ein guter Grund, der offensichtlich gemässigten Ausschaffungsinitiative zum Durchbruch zu verhelfen! Im übernächsten Atemzug hält die Bundesrätin hingegen fest, dass eine Annahme der Ausschaffungsinitiative zu jährlich rund 1400 Ausschaffungen führen würde; bei Annahme des Gegenentwurfs wären es rund 800. Erstaunlich, wie sich BR E. Widmer-Schlumpf in einem einzigen Statement fundamental widerspricht! Ein noch grösserer Spagat ist unvorstellbar!

Es ist angebracht, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Mit ihren hintertriebenen Falschaussagen streut Bundesrätin E. Widmer-Schlumpf bewusst Sand in die Augen der Stimmbürger und spielt ein hinterhältiges Täuschungsmanöver. Repräsentieren solch hinterhältige Charakter die Schweizer Bevölkerung im Bundesrat?

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Von wegen das Volk bestrafen und Abzocker belohnen!
  9. September 2010
Leserbrief zum Artikel "Das Volk bestrafen, die Abzocker belohnen?" von SP-Kantonsrat Donat Ledergerber in den Wiler Nachrichten vom 9. September 2010  
Autor: Bruno Dudli  

Mit seiner Abzocker-Polemik tischt der SP-Kantonsrat Donat Ledergeber entweder bewusste Halbwahrheiten auf oder er hat schlicht Nachholbedarf in Mathematik. So sollte insbesondere sein Rechenbeispiel mit CS-Boss Brady Dougan bis zu Ende verifiziert sein:

Bei einem Ja zur Abstimmungsvorlage zahlt Brady Dougan jährlich 4'662 in die Arbeitslosenkasse. Berechnung: 2,2 % von 126'000 Franken plus 1 % (Solidaritätsbeitrag der Superverdiener) auf dem Teil des Lohns zwischen 126 000 und 315 000 Franken. Übrigens erhält Brady Dougan bei Arbeitslosigkeit nicht 80 % von 90 Millionen Franken und auch nicht 80 % von 315 000 Franken, sondern lediglich 80 % von 126 000 Franken. Er bezahlt also für eine Sache, die er nie beanspruchen kann und wird von Donat Ledergerber gleich noch als Abzocker gebrandmarkt.

Bei einem Jahreseinkommen von beispielsweise 70 000 Franken fällt ein Prämienbeitrag von 1 540 Franken an; bei 40 000 sind es noch 880 Franken.

Und wie sieht’s aus, sollte die ALV-Vorlage verworfen werden? Dann wird CS-Boss Brady Dougan lediglich einen Jahresbeitrag von 3 150 Franken (2,5 % von 126 000 Franken) zu entrichten haben und spart sich dadurch 1 512 Franken. Demgegenüber hätten aber Leute mit tiefen und mittleren Einkommen das Nachsehen. Denn die vorgenannten Beiträge steigen von 1 540 auf 1 750 bzw. von 880 auf 1 000 Franken! Quintessenz: Mit einem Nein zur ALV-Vorlage werden tiefere und mittlere Einkommen stärker belastet, Superverdiener werden entlastet.

Donat Ledergerber merkt offensichtlich nicht, dass er mit seiner Nein-Parole insbesondere dem Mittelstand und den Leuten mit geringem Einkommen eine Grube gräbt, gleichzeitig den Superverdienern einen Bärendienst erweist. Herr Donat Ledergerber, Sie schiessen ein klassisches Eigengoal, denn ob der dargelegten Tatsachen profitieren bei einem Nein nur die Topverdiener à la Brady Dougan. Die Zeche bezahlen dann alle anderen, d.h. der Mittelstand und die Schlechtverdienenden. Möchten Sie das als Sozialdemokrat wirklich? Wohl kaum. Darum sei ein Überdenken Ihrer Parole angebracht.

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Bundesratskandidatin tischt Halbwahrheiten auf
  25. August 2010
Leserbrief zum Artikel "Erwerbstätige und Erwerbslose nicht gegeneinander ausspielen" von NR Hildegard Fässler im Tagblatt vom 24.08.2010  
Autor: Bruno Dudli  

„Kompetenz ist das Wichtigste“. So äussert sich Nationalrätin Hildegard Fässler (SP) im Zusammenhang mit ihrer Bundesratskandidatur und verweist insbesondere auf ihre Finanz- und Wirtschaftskompetenz. Doch gerade diese Fähigkeiten sind ihr offensichtlich überaus fremd. Oder sie tischt bewusst Halbwahrheiten auf, um das Volk einmal mehr in hetzerischer Art und Weise hinters Licht zu führen. Wie kann sie doch behaupten, dass die gut und sehr gut Verdienenden - von ihr als Abzocker denunzierten Mitmenschen - nur auf einem kleinen Teil des Einkommens ALV-Beiträge zu entrichten haben? Offensichtlich lässt sie mit voller Absicht drei elementare Details ausser Acht:

1. Wird der Abstimmungsvorlage zugestimmt, haben Besser¬ver¬dienen¬de - zusätzlich zu den üblichen Beiträgen - einen Solidaritäts¬beitrag von 1 % auf dem Teil des Lohns zwischen 126 000 und 315 000 Franken zu entrichten, ohne dass sie bei Erwerbslosigkeit davon profitieren würden, zumal sie trotz entrichteter Zusatzbeiträge keine Erhöhung der Versicherungsleistung beanspruchen können, denn der maximal versicherte Jahreslohn ist in der ALV ohnehin auf 80 % von 126 000 Franken limitiert. Die Besserverdienenden würden also keineswegs geschont. Im Gegenteil! Sie bezahlen zusätzlich für eine Sache, die sie nie beanspruchen können! Und obendrein werden sie von einer Bundesratskandidatin ungerechtfertigterweise als Abzocker gebrandmarkt.

2. Der ALV-Beitragssatz belief sich im Jahr 1982/1983 auf 0,3 % und hat sich seitdem rund versiebenfacht! Trotz dieser horrenden Erhöhung des Beitragssatzes weist die ALV nun Schulden in der Höhe von 7,1 Milliarden Franken auf. Ob solcher Gegebenheiten realisiert eine jede Person mit auch nur minimalster Wirtschaftskompetenz, dass hier das System als solches gehörig hinkt und dieses System nicht einfach mit dem Geldbeutel denunzierter Besserverdienender am Leben zu erhalten ist.

3. Wird die Abstimmungsvorlage verworfen, so wird auch der Otto Normalverbraucher noch mehr zur Kasse gebeten (Beitragssatzerhöhung auf 2,5 %), als es bei einer Annahme der Fall wäre (lediglich 2,2 %).

Es bedarf einer gehörigen Portion Mut und Selbstüberschätzung, sich ob solcher Halbwahrheiten und Inkompetenz als Bundesratskandidatin portieren zu lassen. Unter Finanz- und Wirtschafts¬kompetenz verstehe ich etwas anderes. Solche Fähigkeiten eignet man sich an der Front an. Nicht als Lehrerin und auch nicht als Nationalrätin.

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